SV Meppen: Teamcheck

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Mittwoch, 02.09.2020 | 14:00
Christoph Hemlein im Test gegen Osnabrück.

Christoph Hemlein ist einer von sechs Neuzugängen beim SV Meppen. ©imago images/osnapix

Der SV Meppen durfte im Vorjahr kurzzeitig vom Aufstieg träumen, für den ganz großen Wurf reichte es jedoch nicht. Mit Rang sieben in der Endabrechnung war man im Emsland trotzdem zufrieden und hat sich endgültig als Drittligist etabliert. Die Schattenseiten des Erfolgs bekam der Klub aber einmal mehr auf dem Transfermarkt zu spüren.

Neben einigen Leistungsträgern wiegt vor allem der Abgang von Trainer Christian Neidhart schwer. Mit Torsten Frings tritt ein großer Name in dessen große Fußspuren und hat eine knackige Aufgabe vor der Brust.

Kader & Transfers

Sechs Abgänge hatte Meppen in diesem Sommer zu verzeichnen. Klingt halb so wild, aber statt Quantität musste der SV Qualität ziehen lassen. Marco Komenda (Holstein Kiel) war als Innenverteidiger gesetzt und nahm eine wichtige Rolle im Spielaufbau ein, Flügelstürmer Marius Kleinsorge (FCK) spielte mit 13 direkten Torbeteiligungen seine nach Zahlen beste Drittliga-Saison.

Besonders schmerzhaft war jedoch der Abschied von Deniz Undav (Saint Gilloise). Der Angreifer glänzte nicht nur als Knipser (17 Tore), sondern auch als Vorbereiter (13 Assists) und hinterlässt eine gewaltige Lücke. Dass Meppen aber reichtich Erfahrung darin hat, den Abgang seines treffsichersten Stürmers zu kompensieren, bewies der Klub in den Vorjahren, als Benjamin Girth und Nick Proschwitz sich im Emsland für höhere Aufgaben empfehlen konnten.

Dejan Bozic (Chemnitz) ist einer der Kandidaten für die Undav-Nachfolge, beim SVM ist man aber weiterhin von Julius Düker überzeugt, der in die neue Rolle als Sturmführer hineinwachsen soll. Während Kleinsorge in die Pfalz ging, schlug Christoph Hemlein den umgekehrten Weg ein.

Der Flügelstürmer bringt jede Menge Erfahrung mit, ist aber seit rund neun Monaten ohne Spielpraxis. Auch auf den Komenda-Abgang reagierte Meppen mit der Verpflichtung von Erfahrung in Person von Jeroen Al-Haizameh.

Die aktuelle Form

Mit einem 15:0-Erfolg über Kreisligist Wietmarschen startet Meppen standesgemäß in seine Vorbereitung. Auch beim 7:0 über Bezirksligist Schwefingen gaben sich die Emsländer keine Blöße. Danach war aber ein Negativtrend zu erkennen.

Gegen Oberligist Lohne reichte es nur zu einem 1:1, beim 0:5 gegen Osnabrück kam der SVM böse unter die Räder. Auch beim 0:0 gegen den dänischen Erstligisten Sonderjysk blieb die Frings-Elf torlos. Gegen St. Pauli hatte der SVM zwar gute Chancen, verlor aber dennoch 1:2.

Stärken & Schwächen

Personeller Aderlass im Emsland ist zwar nichts Neues, mit Komenda und Undav sind jedoch zwei elementare Säulen der Vorsaison weggebrochen. Während Al-Haizameh zuzutrauen ist, die Lücke in der Defensive zu füllen, dürfte das im Sturmzentrum weitaus schwieriger sein.

Hier brillierte Undav als mitspielender Stürmer, der wohl nur sehr schwer Eins-zu-Eins zu ersetzen sein wird. Diese Last wird auf mehrere Schultern verteilt werden müssen, zumal Düker, Bozic und Hilal El-Helwe im vergangenen Jahr jeweils nur fünf Mal trafen. Auf der Leistungsexplosion bei einem Spieler dieses Trio ruht somit die Hoffnung.

Mit Spielern wie Marcus Piossek, Luka Tankulic oder René Guder verfügt Meppen aber auch weiterhin über Spieler, die aus dem Mittelfeld Zug zum Tor an den Tag legen.

Mit je sechs Ab- und Zugängen fiel der Umbruch zwar nicht besonders groß aus, durch den Wechsel auf dem Trainerstuhl sind bisher vorhandene Automatismen aber ein Stück weit hinfällig. Zumal Frings-Vorgänger Neidhart den Kader nach seinen Vorstellungen zusammenstellte und damit oftmals ins Schwarze traf.

Torsten Frings im Training.

Torsten Frings muss in Meppen große Fußspuren ausfüllen. ©imago images/Werner Scholz

Der Trainer

Mit der Entscheidung für Torsten Frings ließ der SV Meppen zweifelsohne aufhorchen. Der ehemalige Nationalspieler tritt das schwere Erbe an, das Christian Neidhart hinterlassen hat. Frings wird an den Leistungen seines Vorgängers gemessen werden, die für einen kleinen Standort wie Meppen aller Ehren wert sind.

Der Spieler Torsten Frings war für nimmermüden Einsatz und Kampfeswillen bekannt, diese Eigenschaften will der Trainer Torsten Frings nun auch von seiner Mannschaft sehen. In Meppen wird er nun aber auch beweisen müssen, dass er eine Mannschaft spielerisch weiterentwickeln kann.

Das dafür benötigte Spielermaterial steht trotz prominenter Abgänge weiter zur Verfügung. Frings wird dem Team aber Lösungen an die Hand geben müssen, auch ohne einen Dreh- und Angelpunkt wie Undav zum Torerfolg zu kommen.

Die mögliche Startelf

Fazit & Prognose

Mit Christian Neidhart hat Meppen seine Gallionsfigur verloren, auch die Abgänge einiger Leistungsträger schmerzen. Offensiv haben die Emsländer Power eingebüßt, die in der Vorbereitung gegen höherklassige Gegner noch nicht aufgefangen werden konnte. Nach Platz sieben im Vorjahr erwarten wir den SV in diesem Jahr im Kampf um den Klassenerhalt.

Wer wird es noch schwer haben? Hier geht es zu den bisher veröffentlichten Teamchecks.