Neidhart: „Uns kann hier nichts aus der Ruhe bringen“

Der Meppen-Trainer vor dem Spitzenspiel gegen den MSV Duisburg

Autor: Luis Hagen Veröffentlicht: Freitag, 28.02.20 | 12:37

Christian Neidhart feiert Sieg von Meppen in Duisburg

Bringt nichts aus der Ruhe. Meppen-Trainer Christian Neidhart ist die personifizierte Gelassenheit.©imago images/MaBoSport

Die 3. Liga startet in das finale Drittel dieser Spielzeit. Der Wettbewerb ist hammerhart: Die halbe Liga kann noch absteigen, die andere Hälfte hat den Ligaerhalt unter Dach und Fach und könnte nun  - sofern Stabilität auf den Platz gebracht wird - aufsteigen. Aufbrechen in die 2. Bundesliga, quasi ins Paradies der Fernsehgelder.

Auf den ersten zwei Rängen direkt, auf Platz drei über die Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga. Dass sich unter den Kandidaten der MSV Duisburg befindet, überrascht niemanden. Doch dass sich auch der SV Meppen in diesen Kreis der Liga-Elite hineingespielt hat und nun gar als Favorit in das Duell am Sonntag geht, gehört zu den Überraschungen. Für Liga-Drei.de ein guter Grund, um mit Meppens Coach Christian Neidhart die Lage zu besprechen.

Christian Neidhart, in den bisherigen drei Heimspielen des neuen Fußballjahres ruckelte es im Abschlussverhalten Ihres Teams. Warum dürfen sich die Fans des SV Meppen im vierten Anlauf auf den ersten Heimsieg in 2020 freuen?
Christian Neidhart: „Ganz ehrlich, wir wollen ums Verrecken diesen Sieg am Sonntag. Nach den vergangenen drei verpassten Möglichkeiten mit nur zwei Treffern und einem Zähler ist uns allen hier in Meppen bewusst, dass wir Zuhause zweifellos einiges nachholen müssen.“

„ Alle diese Spieler haben neue, verbesserte Vertragsangebote des SV Meppen vorliegen. ”
über Undav, Komenda und Co.

Zwei souveräne 2:0-Siege in Magdeburg und Jena sorgen dafür, dass der SV Meppen trotz der mageren Ausbeute im eigenen Stadion mit 38 Punkten bestens dasteht. Warum ist der Ihr Team in dieser Spielzeit so gut?
Neidhart: „Es ist uns hier in Meppen gelungen, in vielerlei Hinsicht Schritt für Schritt zu wachsen und so ist das sportliche Ergebnis jetzt im dritten Jahr in der 3. Liga ein gelungener Entwicklungsprozess: Das Team ist eine echte Gemeinschaft, in der alle füreinander da sind. Es existiert inzwischen ein Kader, in dem jede Position doppelt gleichwertig besetzt ist und zum Glück sind uns langfristige Ausfälle in großer Anzahl erspart geblieben. Allein Piossek hat Pech und steht schon seit Oktober nicht zur Verfügung.“

Der SV Meppen ist nun dort platziert, wo Halle, Magdeburg und die Lauterer eigentlich hinwollten und bewegt sich sportlich aktuell auf Augenhöhe mit Braunschweig, Ingolstadt und gar mit Ihrem kommenden Gegner. Doch der SV Meppen ist im Gegensatz zu diesem Trio nicht zum Aufstieg verdammt, steht für Ruhe und Gelassenheit, für Stabilität und Beständigkeit. Der beste Beweis sind Sie, Christian Neidhart. Kein anderer Trainer, seit 2013 nämlich, ist solange am selben Ort aktiv wie Sie. Was könnte den SV Meppen dennoch aus der Ruhe bringen?
Neidhart: „Nichts. Absolut nichts. In der vorigen Saison, unserer zweiten in der 3. Liga, lief es eine Zeitlang wirklich nicht sonderlich rund bei uns. Dennoch haben wir die Ruhe bewahrt und gemeinsam diese Krise gemeistert.“

Und wenn Ihre besten Spieler abwandern würden?
Neidhart: „Auch dann würde bei uns in Meppen die Welt nicht zusammenbrechen.“

Moment, wir meinen Deniz Undav, den Sie entwickelt und in eine hohe Treffsicherheit gesteuert haben, der mit seinen 14 Treffern und neun Assists mehr als ein Eckpfeiler ist. Wir denken an Ihren Abwehrspezialisten Komenda, an Amin, Kleinsorge und Ballmert. Allesamt feste Größen in Meppen…
Neidhart: "Alle diese Spieler haben neue, verbesserte Vertragsangebote des SV Meppen vorliegen und die nötige Zeit erhalten, um sich ihre Zukunft genau zu überlegen. Wir bedrängen niemanden.

Jeder soll allein deshalb bleiben, weil er Freude daran hat hier in Meppen Fußball zu spielen. Und wenn jemand am Ende geht, dann hat er wohl etwas Spannenderes gefunden und wir hier beim SV Meppen freuen uns dann mit ihm. Denn auch einzelne Karrieresprünge beweisen ja, dass wir hier in Meppen recht ordentlich arbeiten.“

Christian Neidhart, herzlichen Dank für Ihre aktuellen Einblicke in den Emsland-Fußball.

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