FSV Zwickau: Offensive liefert

Neue schlagen ein, Alte profitieren

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Dienstag, 13.10.2020 | 09:22
Felix Drinkuth vom FSV Zwickau springt über einen Gegenspieler

Felix Drinkuth ruft seine Stärken bislang ab. ©Imago images/Christian Schroedter

Der FSV Zwickau wird gerne als etwas destruktive Mannschaft verschrien, die sich auf einfache Mittel verlässt, um zum Erfolg zu kommen. Die Wahrheit ist in dieser noch jungen Saison aber bislang vor allem, dass die „Schwäne“ enorm an Qualität in der Offensive zugelegt haben.

Eine Offensive, die bisher liefert: Alle sechs Zwickauer Tore gingen auf das Konto von angreifenden Spielern – drei davon Neuzugänge: Felix Drinkuth war einmal erfolgreich, ebenso Manfred Starke und am gestrigen Montag beim 2:0 in Halle Maximilian Wolfram.

Drinkuth spürt wieder Vertrauen

Letzterer warf sich gegen den HFC per Hechtsprung in einen von der Latte abgeprallten Linksschuss von Felix Drinkuth. Vielleicht etwas zu bescheiden bezifferte Wolfram nach der Partie bei Magenta Sport den Anteil des Fernschützen am Treffer mit 80 Prozent. „Ich musste eigentlich nur noch den Kopf hinhalten“, schob er dem letzte Saison noch für den HFC auflaufenden Kollegen die Lorbeeren zu.

Drinkuth wird sie gerne annehmen, zeigt er sich doch nach der nicht nur für den Halleschen FC, sondern auch für ihn selbst so unglücklich verlaufenen letzten Rückrunde wieder erstarkt. Der Assist, den er sich für Wolframs Tor aufschreiben darf, beschreibt perfekt die Qualitäten, wegen denen Trainer Joe Enochs den 25-Jährigen nicht nur nach Westsachsen gelotst hat, sondern ihn auch in allen vier Spielen von Beginn an aufbot.

Schon seinem Heimatverein Eintracht Norderstedt hatte er „öfter mal den Arsch gerettet, wenn er seinen linken Hammer ausgepackt hat“, erinnerte sich sein früherer Coach Dirk Heyne vor fast genau einem Jahr bei Liga-Drei.de, wie Drinkuth den Schalter umlegte.

Und noch eine andere Aussage des ehemaligen Mentors bestätigt sich nun erneut: „Felix ist ein Spieler, der das Vertrauen der Mitspieler und des Trainers braucht.“ Von Torsten Ziegner bekam er es, im Trainerchaos der zweiten Saisonhälfte ging es verloren, Joe Enochs schenkt es ihm wieder und er zahlt es zurück.

Von den Verstärkungen des FSV profitiert nicht nur der Verein als Ganzes, sondern mit Ronny König ein Alteingesessener ganz besonders. Der Routinier erzielte sein drittes Saisontor, wäre aber nicht der Führungsspieler der er ist, wenn er nicht gleich wieder mahnen würde.

„Wir wollen auswärts mehr Punkte holen als letzte Saison, aber wir wollen jetzt auch mal nach einem Sieg den zweiten Sieg einfahren“, erinnert der Mittelstürmer trotz aller Euphorie über den ersten Sieg in Halle seit über 20 Jahren daran, dass dem FSV in der gesamten letzten Saison nur einmal zwei Erfolge hintereinander gelangen. In Uerdingen wird man sich nicht darauf verlassen.