FSV Zwickau: Schwänen droht wieder hohes Minus

Liquidität nicht in Gefahr

Zwickau will weniger Stadionmiete zahlen

Nicht nur eitel Sonnenschein beim FSV Zwickau © imago/Kruczynski

Die Freude beim FSV Zwickau über den vergrößerten Vorsprung auf die Abstiegszone ist nicht ungetrübt. Wegen eines drohenden Finanzlochs müssen die Westsachsen ihre Saisonkalkulationen korrigieren und wollen sich sogar um Nachlass bei ihren Verpflichtungen für die Stadionmiete bemühen.

Just zur angeschobenen Aufnahme von Planungen für die Ausgliederung der Profi-Abteilung muss der FSV auf Basis der auf der Mitgliederversammlung vorgelegten Zahlen bis zum Saisonende ein Minus von 400.000 Euro befürchten. Ziel des Klubs soll allerdings weiter ein Überschuss bleiben, um den Verlust aus der vergangenen Premierensaison von etwas mehr als 300.000 Euro auszugleichen.

Die Planzahlen sind schwer zu erreichen. (FSV-Vorstandssprecher Tobias Leege)

Vorstandssprecher Tobias Leege macht aus seiner Skepsis in Bezug auf das Haushaltziel kein Hehl: „Die Planzahlen sind nach aktuellem Stand schwer zu erreichen“, sagte der 40-Jährige in der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 30.1.2018). Die Liquidität der Schwäne, stellte Leege jedoch auch klar, sei „nicht bedroht“.

Sinkendes Zuschauerinteresse und zu wenige Sponsoren

Die Ursachen sind vielfältig. Einerseits hat FSV nach der Euphorie des Aufstiegsjahres in der Hinrunde der laufenden Saison aufgrund der sportlichen Schwierigkeiten mit einem sinkenden Zuschauerinteresse – durchschnittlich fast 400 zahlende Besucher pro Heimspiel weniger – und mit entsprechenden Einnahmeverlusten zu kämpfen. Andererseits bekommt der Verein von Sponsoren nicht so viel Unterstützung wie erhofft.

Dennoch sieht Leege den Klub an der Schwelle zum Beginn des Ausgliederungsprozesses insgesamt gut aufgestellt. Im Vergleich mit ebenfalls finanziell strauchelnden Ostrivalen wie den Abstiegskandidaten Rot-Weiß Erfurt und Chemniter FC oder auch den Halleschen FC sei Zwickau sogar in einer komfortablen Situation: „Unter den Blinden haben wir die Möglichkeit, mit technischen Hilfsmitteln etwas zu sehen.“

Leeges Hoffnung sind dabei angestrebten Gespräche mit der Stadt und der Stadionbetreibergesellschaft. Der FSV will in den Verhandlungen laut Leege eine Senkung der jährlichen Miete für die Arena von 390.000 Euro.