Hallescher FC: Der Liga-Drei Teamcheck

Kann sich der HFC im Vergleich zur Vorsaison verbessern?

Marvin Ajani im Duell mit Nico Hammann

Marvin Ajani (vorne, hier im Duell mit Magdeburgs Hammann) will auch in der Saison 2017/18 durchstarten ©Imago/Viadata

Das Saisonziel in der vergangenen Spielzeit beim HFC lautete 48 Punkte. Genau diese Marke erreichte die Schmitt-Elf am Ende, was im zweiten Jahr in Folge Platz 13 bedeutete. Im Gegensatz zur Saison 2015/16 spielte der HFC im letzten Jahr allerdings lange oben mit und zeitweise schien es, als wäre für Halle durchaus mehr möglich.

Was vom HFC in der kommenden Saison zu erwarten ist, verraten wir Euch in unserem Teamcheck. Am Ende des Artikels geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Fabian Bredlow war in der vergangenen Saison ein mehr als stabiler Keeper zwischen den Pfosten, er wechselte allerdings zum 1. FC Nürnberg.  Mit Sascha Pfeffer geht ein Stammspieler aus dem zentralen offensiven Mittelfeld und damit auch die Erfahrung von über 200 Drittliga-Spielen.

Verstärken wollte sich der HFC vor allem im Sturm, da er mit nur 34 Treffern in der vergangenen Saison den drittschlechtesten Angriff der Liga stellte. Dies scheint auch gelungen: Für den Angriff kommt Mathias Fetsch, der in der letzten Saison eine wichtige Rolle im Aufstiegs-Kader von Holstein Kiel spielte. Zudem trifft Petar Sliskovic nach seiner Rückkehr von seiner Leihe zu Mainz II wie am Fließband.

Noch ein Ex-Mainzer könnte eine wichtige Rolle einnehmen. Daniel Bohl gilt als Mittelfeldmotor und stellte als Kapitän bei Mainz seine Führungsqualitäten unter Beweis.

Die aktuelle Form

Die Vorbereitung des HFC konnte man gestaffelt betrachten: Im ersten Teil ging es gegen unterklassige Gegner. Dort holte sich Halle mit zweistelligen Siegen das nötige Selbstvertrauen.

Dann folgten Partien gegen Regionalligisten, wo sich Halle den Wettkampfbedingungen nähern wollte. Meist fuhr Halle knappe Siege ein, gegen den 1. FC Lok Leipzig gab es allerdings eine 2:3-Niederlage.

Schließlich folgte am Sonntag der Härtetest gegen Union Berlin, der mit 1:5 verloren ging. Dabei ging der HFC allerdings durch Marvin Ajani in Führung, zur Halbzeit stand es noch 1:1.

Stärken & Schwächen

Ein Schwachpunkt sind die dünn besetzten defensiven Außenbahnen. Mit Tobias Schilk und Fabian Baumgärtel stehen im Moment nur zwei Außenverteidiger zur Verfügung. Sollte einer davon ausfallen, muss Rico Schmitt improvisieren.

Die Inkonstanz war in der vergangenen Saison ein großes Problem, nie konnte der HFC zwei Spiele in Folge gewinnen.

Kann der Angriff endlich Durchschlagskraft entwickeln, könnte aus einem Schwachpunkt der vergangenen Saison eine Stärke werden. Mit Benjamin Pintol, Martin Röser, Mathias Fetsch und Petar Sliskovic sind drei Angreifer momentan in guter Form.

Entscheidend wird sein, ob sich Rico Schmitt auf seine Defensive verlassen kann, die in der vergangenen Saison die fünftbeste der Liga war, in den letzten acht Spielen jedoch immer mindestens einen Gegentreffer hinnehmen musste.

Rico Schmitt vom Halleschen FC

Bringt Trainer Rico Schmitt Konstanz in die Leistungen des HFC? ©Imago

Der Trainer

Im April vergangenen Jahres übernahm Rico Schmitt den HFC und hat seitdem in 49 Spielen einen Punkteschnitt von 1,41 pro Spiel vorzuweisen. Unter ihm spielte Halle die beste Hinrunde in der dritten Liga, in der Rückrunde ging der Esprit allerdings etwas verloren.

Schmitt experimentierte daraufhin mit verschiedenen Formationen, von denen keine nachhaltigen Erfolg versprach. Der 48-Jährige fordert von seinen Spielern immer 100 % Einsatz – was bei der Mannschaft wie bei den Fans durch seine authentische Art gut ankommt.

Die mögliche Startelf

Bitter ist für den HFC der Ausfall von Kapitän und Leitwolf Klaus Gjasula, der nach einem Mittelfußbruch länger fehlt. Im Tor steht Oliver Schnitzler, der im vergangenen Winter vom 1. FC Heidenheim nach Halle gewechselt war.

Wie bereits erwähnt, haben Tobias Schilk auf rechts und Fabian Baumgärtel auf links ihre Stammplätze sicher. Genauso wie Abwehrchef Stefan Kleineheismann. An seiner Seite ist ein Konkurrenzkampf zwischen Hendrik Starostzik und Max Barnofsky entbrannt. Die Nase vorn hat allerdings der Neuzugang aus Dresden Starostzik.

Im Mittelfeld ist Fennell als Abräumer gesetzt. Je nach System könnte ihm Daniel Bohl zur Seite gestellt werden. Im offensiven Mittelfeld ist Halle derzeit mit Ajani, Pintol, Fetsch und Röser gut aufgestellt.

Im Sturm bekommt Petar Sliskovic eine neue Chance, nachdem er in der Endphase der vergangenen Saison fünf Tore in vier Spielen erzielte und auch in der Vorbereitung gut mit Mathias Fetsch harmonierte. Mögliche Aufstellung:
Schnitzler – Schilk, Kleineheismann, Starostzik, Baumgärtel – Fennell – Ajani, Pintol, Fetsch, Röser – Sliskovic

Unser Fazit

Der HFC hat an den richtigen Stellschrauben gedreht und sich in der Offensive gut verstärkt. Dies war bereis in der Vorbereitung zu sehen, nie blieb die Schmitt-Elf ohne eigenen Treffer. Allerdings warten auf Halle in den ersten Spielen mit Paderborn, Osnabrück und Aalen echte Gradmesser.

Sollte der HFC Konstanz in seine Leistungen bringen, ist diese Saison mehr drin. Wenn nicht wird es eher eine Saison im unteren Tabellenmittelfeld.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Enge Kiste

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