Hallescher FC: Die Comeback-Könige

Der HFC gibt nach Rückstand nicht auf

Klaus Gjasula vom Halleschen FC.

Kapitän Klaus Gjasula geht auch voran, wenn der HFC zurückliegt. © Imago

Beim HFC standen in den letzten Wochen selten die fußballerischen Themen im Vordergrund. Die Geldsorgen des Vereins bestimmen immer wieder die Schlagzeilen. Dabei könnte Halle bei den Finanzen durchaus eine seiner sportlichen Qualitäten gebrauchen: Die Spieler sind nämlich echte Stehaufmännchen. Nach Rückständen zur Pause holte kein Team mehr Punkte als die Jungs aus Sachsen-Anhalt.

Nach der Halbzeit geht es bergauf

Dies gelang zum Beispiel zur Freude der Anhänger in den Ost-Derbys gegen Zwickau und Erfurt, als der HFC jeweils mit 0:1 zurücklag und beide Male nach der Pause den Ausgleich schaffte. Das 1:1 bei RWE gelang damals in der Nachspielzeit Keeper Tom Müller, der sogar für das Tor des Monats Oktober nominiert war. In Bremen holte Halle einen Sieg, obwohl die Talente des SV Werder nach Durchgang Eins geführt hatten.

Insgesamt lag das Team von Rico Schmitt neun Mal nach 45 Minuten hinten, nur vier der Spiele gingen verloren. Zum Vergleich: Der nächste Gegner Unterhaching verlor nach Pausenrückstand acht von 10 Spielen. Die Mentalität der Elf um Kapitän Klaus Gjasula, der mit seinem Kopfschutz geradezu symbolisch für die Nehmerqualitäten der Chemiker steht, scheint demnach zu stimmen.

Vorsicht gegen Unterhaching

In München würden die Comeback-Qualitäten des Halleschen FC aber auf eine harte Probe gestellt werden, sollte man erneut vor dem Seitenwechsel ins Hintertreffen geraten. Die Spielvereinigung führte zwar nicht oft nach der Hälfte der Spielzeit (fünf Mal), aber wenn, dann hielt der Vorsprung bis zum Ende.

Wenigstens um Stephan Hain brauchen sich Abwehrspieler Stefan Kleineheismann und seine Nebenleute in dieser Hinsicht erstmal keine Gedanken zu machen: Der Torjäger der Hachinger trifft nämlich mit Vorliebe im zweiten Spielabschnitt. Umgekehrt bedeutet dies natürlich, dass die Defensive des HFC auch dann bis zum Ende hochkonzentriert sein sollte, wenn Rico Schmitt sie nicht in der Pause wachrütteln musste.