Hallescher FC: Höhere Stadionmiete verschärft Sorgen

Suche nach Sportdirektor auf Eis gelegt

Halles Stadion sorgt für höhere Belastung

Halle muss künftig höhere Stadionmiete zahlen © imago/picture-point

Mitten in seiner Etatmisere muss der Hallesche FC von der Stadt in Kürze zunächst schlechte Nachrichten statt der erhofften Unterstützung erwarten. Im monatelangen Streit mit Landesbehörden über fehlerhafte Beihilfevereinbarungen der Stadt bei den Mietzahlungen des Klubs für die Nutzung des Erdgas Sportparks sieht ein Kompromissvorschlag eine Anhebung des Pachtzinses für den finanziell angeschlagenen Klub um 100.000 Euro vor.

Die Stadt wird die Vertragsmodalitäten unverzüglich neu regeln. (Stellungnahme des Landesverwaltungsamtes zum Beihilfestreit)

„Die Stadt setzt die Inklusiv-Pacht für den HFC neu fest und wird unverzüglich die dafür erforderlichen Vertragsmodalitäten mit dem Verein neu regeln“, sagte eine Sprecherin des zuständigen Landesverwaltungsamtes der Mitteldeutschen Zeitung. Im Gegenzug wäre der Vorwurf eines Beihilfeverstoßes vom Tisch.

Zusätzliche Belastung zur Unzeit

Für den HFC bedeutet die Regelung der behördlichen Probleme rund um EU-Verwaltungsvorschriften eine zusätzliche Belastung zur Unzeit. Statt wie seit acht Jahren 245.000 Euro wird der Verein, der erst kürzlich bei der Stadt um Unterstützung gebeten hatte, nunmehr künftig 340.000 Euro oder fast 40 Prozent mehr für die Stadionmiete zu berappen haben.

Dabei plagen die Saalestädter schon genug Sorgen. Für den Rest der Saison klafft durch mangelnde Zuschauereinnahmen und teilweise noch ausstehenden Sponsorengelder eine voraussichtliche Etatlücke von über 1,4 Millionen Euro. Die Bild-Zeitung (Ausgabe vom 12.1.2018) spekulierte bereits mit einer geordneten Insolvenz als Lösung der Problematik.

Die finanziellen Schwierigkeiten wirken sich beim HFC inzwischen zumindest indirekt auch schon auf den sportlichen Bereich aus. Manager Ralph Kühne bestätigte in der Bild, dass die Neubesetzung des seit der Sommerpause verwaisten Sportdirektor-Postens vorerst auf Eis gelegt ist.

Trotz Bewerbern für die Nachfolge von Stefan Böger seien noch keine Gespräche geführt worden, sagte Kühne und begründete die Verzögerung mit der unklaren Zukunft: Erst müssten die wirtschaftlichen Dinge geklärt werden, „sonst hat das keinen Sinn“.